Das Dorf in Simbabwe:  Zwei Jahre Dürre! Und nicht wie bei uns trotzdem ein voller Tisch.

Eine Brücke des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung… von Seyda nach Simbabwe. 31 Familien: Hier! Bisher wurden 1.400 Euro gesammelt. (20.8.2020)

 

„I have a dream“

Vielleicht erinnern Sie sich? Vor einiger Zeit war als Titelbild für den „Ruf zur Kirche“ ein „10-Billion“-Dollar-Schein zu sehen. Ein Pastor aus Simbabwe hatte ihn mir bei einer Begegnung in Seyda geschenkt mit den Worten: „Da kann man nicht mal ein Brötchen davon kaufen.“

Ich habe einfach mal nachgefragt, wie es ihm so geht, in diesen Zeiten. Und es kam eine erschütternde Antwort zurück: Durch einen strengen Lockdown sind schon lange keine Gottesdienste möglich – das bedeutet, er hat keine Einnahmemöglichkeit mehr - , und betroffen sind natürlich die allermeisten Gemeindeglieder, die von Tag zu Tag leben und nun  ihre Arbeit nicht ausführen können. Er schrieb, dass er Not hat, seine eigene Familie (drei Söhne haben er und seine Frau) satt zu bekommen, und dass dazu immer wieder Leute an die Tür klopfen: „Pastor, wir haben Hunger, wir haben schon 3 oder 4 Tage nichts gegessen.“

Ich habe es nicht für mich behalten, sondern in der Gemeinde erzählt. Die Konfirmandeneltern in Seyda haben spontan gesammelt und gegeben. Wir haben einen Weg der Unterstützung gefunden – es war nicht einfach, denn man kann zur Zeit nicht einfach Pakete schicken, der Verkehr liegt brach. Aber es geht, er konnte schließlich da zu einem Bankschalter gehen und Lebensmittel kaufen für viele. Auch dort gab es zwei Jahre schon kaum Regen, so dass die Eigenversorgung stark gefährdet ist. Der Viehbestand schmilzt dahin, weil kein Futter da ist. Im Dorf bauen sie jetzt einen Damm, um von einem entfernten See Wasser für ihre Gärten hinzuleiten.

Es sind 31 Familien dort in der kleinen Landgemeinde. Die Familien sind oft größer als hier, mit vielen Kindern – und manchmal fehlen die Mütter oder die Väter, durch Krankheit oder weil sie im Ausland arbeiten. Da müssen die Großeltern sehen, wie sie die Enkel versorgen und groß bekommen. In dem Dorf sprechen nur ganz wenige Englisch, meist haben sie nur ein Jahr darin Unterricht gehabt. Der Pastor hat Glück, dass er ein Handy hat – so können wir kommunizieren.

Ich habe einen Traum: Dass sich 31 Familien hier finden, die eine Brücke bauen dorthin, eine Brücke des Glaubens, der Liebe, der Hoffnung. In einem Land, wo man im Monat 25 Euro verdient – oder jetzt eben auch das nicht verdienen kann – da kann man mit kleinen Beträgen schon leben und überleben. Es ist vielleicht nur so viel, wie wir für Eis ausgeben würden – und macht dort eine Familie viele Tage lang satt.

Thomas Meinhof, Pfr.

 kirche-seyda@t-online.de, Telefon: 03538742254.

(Aus dem Gemeindeblatt 3/2020)